Ist Wasser ein Menschenrecht?

Für 663 Millionen Menschen weltweit ist sauberes Trinkwasser nicht zugänglich. Im Durchschnitt verbraucht jeder einzelne von uns 5.288 Liter pro Tag, direktes wie virtuelles Wasser.

Was ist virtuelles Wasser? 

Das ist das Wasser, was bei der Herstellung von Gütern oder Leistungen verdunstet, verbraucht oder verschmutzt wird: Für eine Tasse Kaffee sind es 140 Liter, für einen Liter Milch 1.000 Liter und  für jedes Kilo Rindfleisch 15.500 Liter. Etwa die Hälfte des Wassers, das die Deutschen direkt oder indirekt nutzen, führen sie über ausländische Produkte ein.

Worauf basiert die Geschichte nun Cascade 2010/28/7?

Der Titel verrät schon einiges. Vor guten acht Jahren, am 28.7. 2010 hat die Generalversammlung der Vereinten Nationen mit der Resolution 64/292 das Recht auf Wasser als Menschenrecht anerkannt.

Nach guten 8 Jahren der Anerkennung bleibt dieses Recht für Millionen Menschen weltweit noch verwehrt. Nach neuesten Schätzungen von UNICEF und WHO haben 663 Millionen Menschen kein sauberes Trinkwasser. Noch schlechter ist es um die sanitäre Grundversorgung bestellt: 2,4 Milliarden Menschen haben weder eine Toilette noch Latrine zur Verfügung.

Weltweite Situation

Ca. 91 Prozent aller Menschen haben heute Zugang zu sauberem Wasser, das sind 2,6 Milliarden mehr als noch 1990. Die super Durchschnittswert verdeckt jedoch die Tatsache das 8 von 10 Menschen ohne sauberes Trinkwasser auf dem Land leben.  

159 Millionen Menschen können nur das Oberflächenwasser aus Flüssen, Seen oder Tümpeln nutzen und trinken, davon leben zwei Drittel in Afrika. Außerdem muss das Wasser erst beschafft werden. In vielen Ländern verbringen Frauen bis zu sechs Stunden am Tag , um es zu holen. Das bedeutet, dass zwei Drittel aller Arbeiten rund um die Wasser- und Sanitärversorgung von Frauen und Mädchen geleistet werden. Oft werden die Mütter von ihren Töchtern unterstützt, die deshalb nicht zur Schule gehen und der Umstand, dass es für sie einfach keine separaten Toiletten gibt.

Sterben Menschen heutzutage noch?

Sicher, 1,5 Millionen Menschen sterben jährlich an verunreinigtem Wasser. Ein großes Problem und ein Grund sind der Müll, der in den meisten Entwicklungsländern unbehandelt in wertvollen Seen und Flüssen entsorgt wird. Hinzu kommen oft fehlende sanitäre Einrichtungen und Abfälle aus der Landwirtschaft, die ungeklärt in den Wasserkreislauf abgelassen werden. Wasserleitungen, Kläranlagen und Kanalisationen sind in den Ländern der Dritten Welt meist nicht vorhanden. Gibt es  welche sind sie meist marode.

Zugang zu sauberem Wasser ist und bleibt ein Menschenrecht. 

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